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Schlittenhunde: Emotionen hinter dem Foto

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich wieder einmal die Emotionen hinter diesem Foto vom grandiosen Schlittenhunde-Shooting in Worte fassen. Ich hoffe es gelingt mir.

Insgesamt acht der imposanten Schlittenhunde (Alaskan Malamutes) sollen den großen Holzschlitten für das Fotoshooting ziehen.

Für dieses und andere Shootings sind wir (2 Fotografen, 2 Models, 1 Make up & Hairstylistin) aus Deutschland nach Schweden, Särna zu Peter Salzlechner angereist. ANGEKOMMEN.

Die Vorbereitungen zusammen mit Christoph Nertz waren doch aufwändiger und schwieriger als angenommen.

Am nächsten Morgen ist es dann so weit. Während Peter die Hunde am Schlitten anleint wird mir die unglaubliche Power dieser Tiere bewusst.

Unsere Helfer, Melli, Alex und Elena, können die Tiere kaum im Zaum halten. Nur ein dickes Seil hält den Schlitten noch in seiner Parkposition.

Denn Malamutes sind die stärksten und größten aller Schlittenhunde und wurden speziell für das Ziehen schwerer Lasten gezüchtet. KRAFTPROTZE.

Als alle Hunde angespannt sind muss es schnell gehen. Durch die enorme Zugkraft der Hunde kann Peter das Halteseil aber nicht mehr vom Hand lösen und es muss mit der Axt gekappt werden. Nun schießen die Hunde mit einer ungeheuren Energie los. FRONTANTRIEB.

Zunächst darf ich auf dem großen Holzschlitten sitzen. Unglaublich dieses Gefühl von Freiheit und Ruhe. Die wohltuende Stille wird nur durch Peter unterbrochen, der seine Hunde mit ruhigen Worten in Bewegung hält. In diesem Moment ist auch die Anspannung vergessen, sodass ich die wunderschöne Schneelandschaft genießen kann. NATURERLEBNIS.

Peter steht als Schlittenhundeführer (Musher) hinter mir auf den Kufen. Er kennt die Hunde ganz genau und weiß wie in welchen Situationen zu reagieren ist. Bei so vielen Hunden gibt es immer Überraschungen. DOMINANZVERHALTEN.

Als die Hunde nach einiger Zeit in ihren gewohnten Trab verfallen hält Peter den Schlitten kurz an, damit ich meinen Platz an Model Katharina übergeben kann. Jetzt wird es ernst. Das Bild in meinem Kopf soll zur Realität werden. SHOWDOWN.

Gar nicht so einfach bei hohem Tempo zu fotografieren Ich setze mich nun rücklings auf einen der  (Motorschlitten), um die Fotos aus voller Fahrt zu schießen. FRONTANSICHT.

Die eisige Kälte (minus 20 Grad) erschwert das Fotografieren beträchtlich. Wegen der Handschuhe ist es nur schwer möglich die Kamera sicher zu bedienen. Noch dazu in voller Fahrt.

So benötigt es ungewohnt viel Zeit bis die richtige Blende und Verschlusszeit eingestellt und damit die Fotos richtig belichtet sind. So gut es eben geht, denn der Kontrastumfang der Szenerie ist enorm.

Durch den am Display gefrorenen Atem wird auch die Bildkontrolle erschwert. BLINDFLUG.

Das NIKON-Flaggschiff D5 bannt im Serienbildmodus (ohne zu stocken) 14 Bilder pro Sekunde auf die Speicherkarte.

Schnell wird mir aber klar, dass die Piste zu holprig ist, um die Kamera ruhig zu halten und sicher zu fokussieren. Zudem kondensieren die heißen Abgase des Skidoos an der kalten Luft und der „Nebel“ macht das Fotografieren unmöglich. Wieder einmal belehrt mich die Praxis eines Besseren! UMDENKEN.

Die Hunde sind Wartezeiten auf dem Kurs nicht gewohnt und so bleibt nur wenig Zeit, um mit Peter ein alternatives Vorgehen abzustimmen. Wir sind zwischenzeitlich schon auf etwa der halben Strecke angelangt und dieser Umstand setzt mich zusätzlich unter Druck. Ich kann nicht von Schweden zurückkehren, ohne ein tolles Fotos von dem Schlittenhundegespann eingefangen zu haben.

Alex setzt sich mit unserem Skidoo mit hohem Tempo vom Hundegespann ab, damit ich genügend Zeit habe mich seitlich des Trails zu positionieren und vom sicheren Boden aus zu fotografieren. PLAN B.

Es hat über Nacht viel geschneit – sehr viel. Der Tiefschnee erschwert die Fahrt mit den Skidoo. Das zweite Gefährt ist mit Constanze und Christoph bereits umgekippt. Gott sei Dank ist den beiden aber nichts passiert. WOHLAUF.

Während ich fotografiere sorgt Christoph nämlich für beeindruckende Videoaufnahmen.

Zwischenzeitlich haben wir genug Vorsprung, sodass ich vom Motorschlitten abspringen kann. Im Tiefschnee sinke ich aber bis zum Bauch ein und kann mich kaum noch bewegen. Spätestens jetzt sehen ich mich nach einem (einfachen) Beautyshooting in meinem warmen Studio Spiegelschlag. Aber einfach kann ja jeder. Und Herausforderungen treiben mich in der Fotografie sowieso an. Noch dazu mit einem so tollen Team!

Da ich nicht möchte dass Fußspuren in dem frischen Schnee zu sehen sind, bleibe ich aber auf meiner Position. JUNGFRÄULICH.

Verdammt, hätte ich nur das Weitwinkel montiert. Aber es muss jetzt mit 24mm Brennweite gehen. Ich habe keine Zeit und im Tiefschnee keine Möglichkeit für einen Objektivwechsel.

Und dann kommt auch schon das Hundegespann mit Katharina und Peter. Für mich ist dies die perfekte Stelle auf dem Rundkurs.

Hier mischt sich das orange Gegenlicht der tief stehenden Sonne mit dem blauen Licht der kalten Schneelandschaft. Die warmen Körper der Tiere dampfen in der eisigen Kälte – eine traumhafte Szenerie. EMOTIONEN.

Und wieder schnurrt die Serienbildfunktion der NIKON: Für den einen perfekten Augenblick. Ausschnitt, Perspektive, Dynamik und Licht sollen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Und das bei diesen schwierigen Bedingungen.

Und schon wieder ist das Hundegespann an mir vorbei. Der optimale Moment ist kurz – sehr kurz.

Kurt danach liegen auch schon die beiden letzten Kilometer vor uns. Schwieriges Gelände, das sich nicht mehr zum Shooten eignet. Es bleibt mir also nur noch zu hoffen, dass ich das perfekte Foto im Kasten habe und zwar in guter Schärfe.

Nachdem die Fotos dann in Lightroom importiert sind, zeigt sich die wahre Qualität. Auf dem kleinen Kameradisplay sieht ja immer alles ganz gut aus. Es gibt viele Fotos, sehr viele, von denen aber nur wenige in die enge Auswahl kommen. ANSPRUCHSVOLL.

Und dieses eine Foto begeistert mich. Es spiegelt aus meiner Sicht den großartigen Moment wieder, den ich vor Ort in Schweden erleben durfte. Das Foto macht die ganzen Schwierigkeiten vergessen und zurück bleibt die Erinnerung an ein fantastisches Shooting-Erlebnis. DANKBAR.

Herzlichen Dank an euch alle für´s Dabeisein und die Unterstützung. Vor allem an
Peter, der uns dieses Erlebnis und die Fotos überhaupt ermöglich hat.

Vielen Dank auch an NIKON für die D5 als Leihgabe.

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Ein Beispiel für die Arbeit mit einem One-Light-Setup

9 Kommentare

  1. Super schön geschrieben.
    Man spürt beim lesen förmlich die Kälte und die beeindruckende Schönheit der Landschaft wie auch die Kraft und Ausstrahlung der wundervollen Hunde.
    Ich gratuliere dem ganzen Team für wundervolle Bilder einer einzigartigen Reise ?

  2. Alles wie vom Filmteam beschrieben. Ich war die darauffolgende Woche der Glückliche.
    Zusammen mit Peter, meinem Freund Carsten und den Hunden entwickelte sich in dieser märchenhaften Welt ein Traum. Danke Peter, danke Apanatschi, Frosty, Gloria und all die anderen.

  3. Wundervolle Aufnahmen mit einzigartigen Hunden und Menschen in einer traumhaften Landschaft.
    Ganz großes Erlebnis und durch die traumhaften Bilder fühlt man sich auch mittendrinn?
    ????❤

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